Bisher unveröffentlichtes Material von diversen europäischen Grenzen
Kategorie: Flüchtlinge
Unsere (Lärm)Spende könnt ihr haben!
Heute versammelten sich Demonstranten vor dem Bundesministerium für Inneres um sehr laut gegen den Plan der Regierung, freiwillige Spenden mit zustehende Förderungen gegenzurechnen. Da vor allem die Hilforganisationen dem Staat bei der Versorgung von Flüchtlingen vor Ort eingesprungen sind und eine Katastrophe abgewendet haben, ist der Unmut entsprechend groß.
Internationale Demo: Flüchtlinge willkommen! Nein zur Festung Europa! #M19
Bilder von der Gegendemo zur FPÖ Demo gegen die Flüchtlingsunterkunft in Wien Liesing vom 14.03.2016
International Women’s Day 2016
Linz ist ein bisschen anders
Von geflüsterten Sprechchören und einfallsreichen Polizisten
Linz, 06. Februar 2016 – Auch in Linz wird alljährlich einen Ball veranstaltet, der als Vernetzungstreffen rechter und rechtsradikaler Burschenschafter und Kommunalpolitiker einzustufen ist. Gegen diesen „Burschenbundball“ der neben dem Wiener Akademikerball zu den größten und wichtigsten Festlichkeiten schlagender Burschenschafter gilt, rief heute das Bündnis „Linz gegen Rechts“ zu einer Demonstration auf.
Rund 1.500 Menschen (laut Veranstalter) aus verschiedensten Bevölkerungs- und Altersgruppen folgten dem Ruf, ein Zeichen gegen den sich abzeichnenden Rechtsruck in Österreich zu setzen. Die Polizei riegelte ein relativ großes Gebiet ab, um eine reibungslose Anfahrt der Ballgäste zu gewährleisten, was jedoch nicht immer gelang. Die Demonstration verlief absolut friedlich, nur einige vereinzelte rechte Sympathisanten versuchten vom Rand Unruhe zu stiften. Diese wurden von der Polizei jedoch rasch entfernt.
Eindrucksvoll war die Disziplin der Demonstranten. Als der Zug am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder vorbei zog, verstummten aus Rücksicht die lauten Sprechchöre und antifaschistische Parolen wurden mit Flüsterstimmen skandiert.
Kurz nach der Beendigung der Veranstaltung, verirrte sich ein Taxi, besetzt mit zwei Ballgästen in der Landstraße direkt in die sich auflösende Menschenmenge und wurde in der Folge von Demonstranten blockiert. Die Polizei behielt die Nerven und Übersicht und schützte zunächst die beiden Fahrgäste vor den ausschließlich verbalen Attacken. Nach einer Wartezeit und hinzugezogenen Polizeikräften, schien es, als würden die Polizisten die Sitzblockade mit Gewalt auflösen, die darauf entstehende Unruhe wurde jedoch zur Evakuierung der beiden Burschenschafter genutzt. Es wurde im Gegensatz zu vergleichbaren Blockaden in der Vergangenheit absolut keine Gewalt eingesetzt, eher schien es in gewisser Weise ein Zusammenspiel zwischen Exekutive und Demonstranten zu sein.
Zusammengefasst: Laut, Friedlich, Bunt, beeindruckend Rücksichtsvoll und auch Clever.
FPÖ Akademikerball 2016
Am 29. Jänner 2016 fand wieder die alljährliche Demonstration gegen den FPÖ Akademikerball statt.
Während ca. 1000 Burschenschafter, Rechtsextreme und FPÖ Politiker, darunter auch die deutsche Politikerin Tatjana Festerling der fremdenfeindlichen Pegida, gegen die derzeit ein Verfahren wegen Verhetzung läuft, protestierten je nach Quelle 5.000 (Polizei) und 8.000 (Veranstalter) Teilnehmer friedlich gegen diese Veranstaltung.
Es gab mehrere Störaktionen durch rechte Sympathisanten, darunter auch Attacken mit Pfefferspray, drei Festnahmen, sowie 14 leicht verletzte Polizisten – wie es zu diesen Verletzungen kam ist jedoch weitgehend unbekannt.
Protestkundgebung zum Asylgipfel in Wien – 20.01.2016
Grenzerfahrung 3.0 – Kinder als Medienwaffe
Einige Demonstranten forderten mich dazu auf, Kinder vor dem Grenzzaun zu fotografieren.
Im Nachhinein war ich mir nicht sicher, ob ich diese Bildreihe veröffentlichen soll, zu sehr werden sie instrumentalisiert ohne zu verstehen um was es hier geht.
Andererseits sind es Bilddokumente, welche die Verzweiflung der Eltern zeigen, wenn sie ihre Kinder solchen Gefahren aussetzen.
Grenzerfahrung 3.0 – Nach Sonnenuntergang
Mittwoch, 2. Dezember 2015 18:00-19:30 Uhr
Als wir auf dem Weg zurück zum Camp waren, erreichte uns die Nachricht, mazedonisches Militär soll auf Flüchtlinge mit Tränengasgranaten schieße, nicht über sondern direkt in die Menge und das alles auf griechischem Terrain.
Im Lager angekommen, ist die Lage ruhig, nur der Gestank nach brennendem Carbolineum war noch intensiver geworden. Überall brennen kleine Lagerfeuer. Vor den Essensausgabestellen bilden sich endlose Schlangen. Immer wieder verteile ich Zigaretten, frage woher mein Gegenüber kommt und wie lange sie schon hier ausharren müssen. Iran, Nepal, Marokko, Somalia, Nigeria und Pakistan. Zehn, fünfzehn oder gar seit zwanzig Tagen warten sie hier. Ob sie irgendwelche Informationen hätten, wie es nun weitergehen soll? Niemand wusste, was mit ihnen geschehen wird. Auch die zahlreichen freiwilligen Helfer können diese Frage nicht beantworten. Zumindest stellt sich heraus, dass das Gerücht mit den Granaten und der Grenzverletzung falsch war.
Wie schon am Vormittag kommen nun immer mehr demonstrierende Flüchtlinge zum Hotspot vor dem schmalem Durchgang der für die Flüchtlinge das Tor nach Europa bedeutet. Nun sind Gitter aufgestellt, dazwischen sitzen einige junge Frauen und Männer – Flüchtlinge.
Die griechische Polizei hält sich in einem unbeleuchteten Bereich abseits des Durchgangs auf, sie hatten sich weit zurückgezogen. Diesmal sind keine Kinder anwesend und die Stimmung ist um einiges angeheizter. Hin und wieder gibt es kleine Handgemenge unter den Flüchtlingen, die sich aber sofort beruhigen.
Sprechchöre fordern die Öffnung der Grenze. Immer wieder werden die Staaten der hier Gestrandeten aufgezählt. Die Menge drückt gegen die Absperrgitter, hinter denen die jungen Flüchtlinge kauern und zuletzt genau auf Höhe des Zauns das sichtlich nervöse mazedonische Militär hinter Plexiglasschildern. Wie bereits am Vormittag versuchen einige Flüchtlinge die Menge zu beruhigen und tatsächlich entspannt sich nach 30 Minuten wütendem Protest die Situation wieder.
Ein junger Iraner, der später unbedingt ein paar Fotos mit meiner Kamera machen musste, erklärt mir, dass es erst viele Tote und Verletzte geben muss, bis sie hier wegkommen, wo auch immer sie schließlich landen werden.
Laut neuesten Gerüchten hat die griechische Regierung die Flüchtlinge angewiesen mit bereit gestellten Bussen nach Athen und Thessaloniki zu fahren. Dort angekommen sollen sie des Landes verwiesen werden.
